Hallo, nach zwei Jahren habe ich mir auch diese berüchtigte Krankheit eingefangen. Symptome: zwei Tage dumpfer Kopfschmerz, leicht erhöhte Temperatur und Kratzen im Hals. Dritter Tag praktisch symptomfrei. Wegen des Schnelltests muss ich noch eine volle Woche zu Hause bleiben, um keine Infektion zu verbreiten. Dabei frage ich mich - angesichts der niedrigen Hospitalisierungen und milderen Virusvariante - ob diese Maßnahmen überhaupt noch sinnvoll sind. Warum uns nicht einfach anstecken und Schluss. Wer 3-5 Tage Krankschreibung braucht, bekommt sie wegen unterschiedlicher Körperreaktionen, die anderen machen mit dem normalen Leben weiter und tragen mit ihrer Arbeit zum Gemeinwohl bei. Ich gebe zu, von einer Seite gefällt es mir zu Hause zu sein und ***** zu spielen, aber die innere Stimme sagt, dass ich die Situation ausnutze - genau wie viele in diesen zwei Jahren bizarrer Agonie. Offenbar haben die Leute Goldfisch-Gedächtnis und merken nicht, dass auch vor der Corona-Zeit - ihr glaubt es nicht - krank waren und einige wegen Grippe oder anderer Infektion eine Woche im Bett lagen. Heutzutage ist jeder Kopfschmerz und Husten Grund zur Isolation. Ich denke, das alles lässt sich dem zuordnen, dass wir Verwöhnte geworden sind, die glauben, unantastbar und unsterblich zu sein. Sorry, weder das eine noch das andere. Wir sind sehr vergänglich. Uns in Löcher zu sperren ist geradezu dumm, denn in einem Jahr kommt eine neue Virusvariante, die schlimmer ist als diese. Werden wir jetzt jedes Jahr eingesperrte maskierte Covidianer sein, oder gehen wir endlich mit dem Leben weiter? Wenn ich im ersten Jahr noch all den Hysterie verstanden habe und mental irgendwie mitgemacht habe, habe ich immer mehr das Gefühl, dass vor allem die Jungen ein schönes sorgenfreies Jahr verloren haben. Auf eine Weise hat es uns gestärkt und zum Nachdenken über unser zerbrechliches Dasein gebracht, auf der anderen hat es uns verbittert und entfremdet. Na ja, ich gehe jetzt spazieren. Leute, habt keine Angst, ich habe Maske. Wenn ich niesen muss, wische ich mich am Ärmel ab. Wenn ein Aerosol auf dem Asphalt landet, wo es nach wissenschaftlichen Angaben 7-10 Tage bleibt, habe ich ein feuchtes Tuch dabei und wische es weg - wie Hundekot aufsammeln. Alles unter Kontrolle. 1,5 Meter Abstand und Covid-Stern um den Oberarm. Lp, euer Landsmann