Es ist schwer, die doppelzüngige Politik des Westens im Fall der Ukraine und des Kosovo sinnvoll zu erklären.
Zuerst der Begriff Westen oder wie sie sagen Collective West. Der noch nie so einheitlich war wie jetzt, im Krieg gegen Russland. Märchen der Medien-Dummköpfe. Der sogenannte Westen ist eine unipolare Welt mit den USA als Welt-Hegemon und amerikanischen Vasallen. Die USA haben keine Verbündeten, nur unterwürfige Staaten. Wie Kissinger sagt: gefährlich, ein amerikanischer Gegner zu sein, Freund zu sein ist tödlich. Genau das erleben sie jetzt zuerst in Deutschland, dann in ganz Europa. Europa hat keine eigene Politik mehr, NATO lenkt ihre Politik, und USA kommandieren darin.
Solche Haltung der USA gegenüber Verbündeten ist nichts Neues. Nur ein paar Krümel zur Illustration. Dem ersten NATO-Generalsekretär Lord Ismay werden Worte zugeschrieben: NATO wurde gegründet "to keep USA in, Russia out and Germany down". USA haben in Deutschland immer noch 130 Militärbasen. Etwa gleich viele auch in Japan. Wirtschaftsprofessor an der University of Missouri in Kansas Michael Hudson sagt, dass Japan und Deutschland die Hauptproduzenten von Mehrwert sind, den USA über das Finanzsystem abzapfen. Japan war nach 1970 in starkem wirtschaftlichen Aufstieg, 1990 erlebte es mit amerikanischer Hilfe einen Crash, von dem es sich nicht mehr erholt hat. Etwas Ähnliches passiert jetzt mit Deutschland. Deutschland stagnierte lange nach der Wiedervereinigung, um den Osten mehr oder weniger erfolgreich in einen modernen Industriestaat zu integrieren. Dann EU-Erweiterung, Sicherung billiger Energie und Rohstoffe aus Russland und Outsourcing der Industrie nach China, von wo sie billige Komponenten für ihre teuren Geräte und Maschinen bekamen - hat die deutsche Wirtschaft in einen Aufstieg getrieben, der ganz Europa aufrechterhielt.
Jetzt haben sie die Deutschen von Russland abgeschnitten, fordern Änderung der Beziehungen zu China, Polen fordern plötzlich 1300 Milliarden Euro Kriegsreparationen von Deutschland, Griechen melden sich wieder. Wirklich, Europa war noch nie so einheitlich: Russland ist Feind Nr. 1, offensichtlich Deutschland direkt dahinter. Vielen Deutschen gefällt das nicht, sie sehen, wohin das führt, wachen langsam auf - na ja, Medien erklären sie zu Putins Agenten, die Außenministerin wird die Ukraine verteidigen, egal was ihre Wähler denken.
Solcher Politik der unipolaren Welt nennt Chicago-Professor Mearsheimer Politik der liberalen Hegemonie. Westliche Führer reden ständig von Freiheit, Demokratie, Menschenrechten, besonders jetzt von regelbasiertem internationalem Orden - Rules Based International Order. Doch der Staat, der internationales Recht und UN-Resolutionen am häufigsten verletzt hat, sind die USA.
Ein solcher Verstoß gegen internationales Recht sind die Minsk-Abkommen, bei denen die wahre Wahrheit langsam ans Licht kommt. Diese Abkommen sollten Frieden zwischen Ukrainer und Russen im Donbass bringen, vor allem einen Teil der ukrainischen Armee aus dem Kessel retten. Zuerst sagte der ehemalige ukrainische Präsident Poroschenko, die Abkommen seien nur Zeitkauf für die Ukraine, um sich zu stärken und zu bewaffnen. Später bestätigten Angela Merkel und Francois Hollande, Unterzeichner der Abkommen, dasselbe. Da UN-Resolution 2202 den Abkommen folgte, wurden sie Teil des internationalen Rechts. Merkel und Hollande haben nicht nur gelogen und falsche Versprechen über friedliche Krisenlösung gegeben, sie haben auch internationales Recht verletzt. Das ist der westliche Rules Based Order.
Klar zu sehen, dass westliche Führer schon 2015 alles für Krieg in der Ukraine vorbereitet haben. Ukraine hatte viel sowjetische Waffen, NATO lieferte dann riesige Mengen Waffen und trainierte Soldaten, sodass sie neben der Türkei die zweitstärkste NATO-Macht wurden, obwohl formal kein Mitglied. Was dann im Januar und Februar 2022 passierte - einerseits Manöver und Vorbereitungen der ukrainischen Armee an der Grenze zu Donbass und Krim für eine Aktion ähnlich dem kroatischen Sturm, Medien-Thema und Schweigen darüber, andererseits russische Armee-Manöver an der ukrainischen Grenze, im Rampenlicht. Sie haben Russland in den Krieg gedrängt.
Was haben Kosovo und Ukraine gemeinsam und warum doppelzüngige Politik. Serbien ist traditioneller Verbündeter Russlands. Kosovo ist Serbiens Schwachstelle, der Kampf um Donbass ist Russlands Schwachstelle. Doppelzüngige Politik hat ein Ziel, Druck auf Russland, Serbien über Kosovo westlichen Institutionen unterwerfen. Noch breiterer globaler Rahmen muss berücksichtigt werden, in dem die unipolare Welt unvermeidlich in multipolar übergeht, wo China wahrscheinlich die führende Rolle spielt, und Serbien ist auch eine der wichtigen chinesischen Stützpunkte in Europa.
Was die Regeln der unipolaren Welt betrifft - USA schreiben sie nach Bedarf, nie zu ihrem Nachteil.