Zweitens würde ich kommentieren, was Drago schrieb:
Was Politik angeht, gehört sie gar nicht auf dieses Forum. Schon Jakob Aljaž meinte, in Bergen sind wir alle gleichwertig. So oder so.
Hab schon Tadej vorgeschlagen, etwas zu unternehmen, aber er amüsiert sich offenbar mit Debatten in diesem Thread, obwohl Berge auch für ihn erreichbar sind.
Du glaubst es nicht, aber politisch positioniere ich mich schon lange nicht mehr stark links (vielleicht in der Oberschule und Uni-Anfang, aber das ist lange her). Eigentlich hab ich in politischen Debatten immer die Position der "gelernten Unwissenheit" eingenommen. Mein Standpunkt war immer: was spielt es für Rolle, wer an der Macht ist? Ja, die regierende Option kann Gesellschaftsentwicklung bis zu einem gewissen Grad korrigieren, aber akute Folgen? Wir sind Rechtsstaat, Arbeitsverträge gültig anyway, Schulen funktionieren, Gesetze gelten (können geändert werden, aber systemische Gesetze nicht so einfach und schnell). Kurz, ich hab immer vertreten, dass im Alltag keine Rolle spielen sollte, wer regiert.
Jetzt hab ich ein sehr trauriges Gefühl, dass es nicht mehr so ist. Am lautesten ins Himmel schreiend ist Zlatkos Fall - was wir von ihm halten, er hatte gültige Entscheidung, die Regierung kassierte sie ohne jede Rechtsgrundlage und ohne Verfahren. Und wie mehrmals erwähnt - 1988 dachte Miliz nicht mal dran, Hupende für Janša zu bestrafen. Dieses Jahr haben sie sie gezielt angegangen und bei politischem Protest Strafen für Banalitäten verhängt. Einfach oben Geschriebenes hält nicht mehr. Regierende Option hat sich Recht genommen, Gesellschaft nach eigenem Bilde umzukneten und auf jahrhundertealte Tradition rechtlicher Schutze zu pfeifen.
Und das hat traurige Folgen auch hier - unter Berggängern. Ich bin einfach nicht mehr sicher, ob es so einfach bleibt wie bisher, wenn man mit jedem in Berge oder Klettern gehen konnte, ohne zu fragen, wen er wählt oder was er von polit. Lage hält. Jetzt haben Leute angefangen, sich so eklig zu beleidigen, dass ich nicht sicher bin, ob das noch gilt. Wir haben aufgehört, Menschen als Mitmenschen zu sehen, die uns Brot im Laden verkaufen, Wunden nähen, unsere Kinder lehren - oder letztlich uns in Klettergarten schützen oder retten kommen, wenn's in Bergen schiefgeht. Und das ist entscheidend. Menschen sind zuerst unsere Mitmenschen, die ihren Job machen und unsere Welt bauen - und danach beurteilen. Ihre polit. Positionen kommen erst danach und sollten nicht im Vordergrund stehen. Jetzt sind wir gegenseitig so furchtbar misstrauisch geworden, dass ich nicht sicher bin, ob z.B. Primož noch vertraut, dass der Partner, der Lockdown nicht unterstützt, seinen Fall in Klettergarten hält. Und das ist Gesellschafts-Zusammenbruch.