Ich muss sagen, Grintavec hat mich schon seit einigen Wochen gereizt. Jeden Tag im Schichtdienst hat er mir zugezwinkert und mich hochgerufen. Gestern hab ich mich entschieden, raufzugehen. Also hab ich nur bis 17:00 gearbeitet. Gute Stunde später war ich bei der Materialseilbahn und losmarschiert. Ausgerüstet mit guten Sneakers, Stöcken, Shorts, Shirt, kleinem Rucksack: Gel, Schoki, 1l Maratonik, Handy, und natürlich voller Energie, die sich in mir seit Monaten aufgestaut hat. Kurz vor dem Kokrško-Sattel hab ich drei Bergsteiger mit vollen Rucksäcken und Helmen eingeholt, wahrscheinlich wollten sie in der Winterraum übernachten, da die Hütte noch zu war. Am Sattel halte ich nicht an, denn es wurde kühl, als der Wind aufzog. Beeile weiter... unter dem "Widderhorn" treffe ich einen Absteiger, grüße ihn nur, er op,op,op...
Als ich mitten auf dem Gipfel stehe, halte ich an. Bewundere diese Grintovci, die ich lange nicht gesehen habe.
Letzte Monate seh ich sie nur aus der Ferne. Steh einfach da und schau. Merk, dass ich den ganzen Frühling in den Bergen verpasst habe. Etwas enttäuscht, aber froh wieder hier zu sein...
Gehe weiter im reduzierten Tempo. Oben auf dem Gipfel jauchze ich vor Freude. Glücklich wie beim ersten Mal hier oben. War aber nicht, auch nicht dieses Jahr. Trotzdem...
Schau mich ein bisschen um.
Gesicht zur Sonne, die jetzt ganz mild ist im Vergleich zu vor ein paar Stunden, als sie mich in der Arbeit verbrannt hat. Kneife die Augen zu und sauge die Frische und die Kraft der Natur auf, die meine durstige Seele mit Bergfrische füllt wie eine Wüste Regen...
Wird kalt, deswegen steige ich ca. dreihundert Höhenmeter tiefer. Da bleibt mein Schritt stehen. Wieder bewundere ich die Grintovci. Bald erwachen Gedanken an die Vergangenheit in mir, alle schönen Dinge erlebt hier oben und weit drumherum.
Viele Erinnerungen, Momente, verschiedene Bindungen, freundschaftliche, Liebes-, es war schön, schwer, anstrengend, wunderbar.
So sitze ich da und schaue Bilder der fernen Vergangenheit an, bis ein Windstoß mich aufschreckt.
Schau auf die Uhr... Schon spät. Renne runter.
Rutsche noch über diesen Schneeteil auf dem Weg, der übrig ist, neben dem auf der Ebene.
Um halb zehn bin ich heil am Auto...
Angenehm müde aber innerlich zufrieden.
Das muss wiederholt werden!