Hallo alle gutmütigen Leute, Bergliebhaber!
Der Staub vom Bergsturz hat sich gelegt, Gedanken sind ruhiger. Zuerst eine alte chinesische Weisheit: Etwas zu tun, das dreien Menschen gefällt, ist eine Kunst, die bis heute niemand gemeistert hat. Alles im Leben ist relativ und subjektiv erlebt! In anspruchsvolleren Situationen zeigt sich immer, aus welchem Teig jemand ist. Jede Entscheidung für Risiko ist völlig individuell! Und am Ort des Geschehens selbst ist es immer anders in der Realität als in späteren Diskussionen der Nichtbeteiligten.
Ein Wort zum unverantwortlichen Verhalten am Ende.
Samstag war am Schild für Hanzova (ca. 1800 m) ein kleiner Zettel, auf dem stand, dass Hanzova UNBEGANGbar ist. Die Entscheidung, den Übergang zu versuchen, war spontan und gestützt auf jahrelange Klettererfahrung der meisten in der Gruppe. Aktuelle (neue) Verhältnisse haben dann den veränderten Tourenverlauf direkt unter dem Sattel beeinflusst.
Ich möchte nur zwei Dinge hervorheben:
- AS für unverantwortliches Verhalten zu kritisieren nach all den jahrelangen Bergsteiger-Kilometern und extremen Aufstiegen bedeutet, ihn in denselben Korb zu werfen wie jemanden, der im Sommer ein paar leichte Gipfel besteigt. Die "Risikoschwelle" bei beiden ist wohl zu Recht sehr verschieden.
- Dem "Bergsteigen" wurde vorgeworfen, nach Europa zu schielen, was hier nichts mit uns zu tun hat. Jeder, der auch selten Online-Bergsport-Portale besucht, weiß wahrscheinlich gut, wer dort wohnt. Vielleicht zählt doch der Inhalt all dieser vielfältigen Touren in seinem Archiv. Wer ihn persönlich kennt, weiß, dass Sicherheit bei ihm immer an erster Stelle steht! Mit der Erwähnung Europas wollte er nur darauf hinweisen, dass (sicher in Österreich und Deutschland) der ZPP-Verwalter nach dem frühen Morgenbergsturz am Einstieg (Parkplatz), nahem Hüttenhaus und am Einstiegsabschnitt unter der Wand bis mittags nur sichtbare Warnungen über GESCHLOSSENEN Weg aufgestellt hätte. Mindestens auf Antenne 3 Kanal wäre mehrmals die Warnung an Berggänger wiederholt, die diese Tour vorhatten.
Als mich mein Kletterkumpel "gerügt" hat, stellte ich ihm eine interessante Frage: "Was, wenn er in Gesellschaft von Viki Grošelj gewesen wäre?" Und die Antwort, etwa in dem Stil, dass mit solcher Kletterkapazität sie problemlos noch viel "Schwereres" schaffen würden!
Zum Schluss noch Gedanken zum (un)verantwortlichen Handeln. Wo wäre die Menschheit heute, wenn wir immer nur bedacht, nach bestehenden Regeln und nie etwas riskiert hätten. Wohin einordnen jene Massen "Bergwanderer", die auf ZPP ohne Helm und Selbstsicherungs-Set gehen?
Alles ist relativ! Für mich unverantwortlicher ist das Bild im Tagebuch mit zwei Kindern, die entspannt mit dem Haustier-Python spielen. Und Titelblatt wichtigen Monatsmagazins vor dem Sommer mit fröhlichem Trio im Kanu: Opa (der nach Paddelhalt nichts vom Paddeln versteht) und zwei Enkel - alle drei auf dem Wasser ohne Rettungswesten!
Schönen Abend allen! Und sicheren Schritt in unseren wundervollen Bergen!
Und mögliche erneute "Polemik" nicht alle belasten! Im individuellen Austausch können wir Argumente gegenüberstellen. Zählen nicht nur die?