Frühmorgens aus der Steiermark beabsichtigen wir, Grintovec und Jezersko Kočna über den Kremžar-Weg zu besuchen, doch im Auto kommt der Vorschlag, zu Prisojnik über Kopiščar zu gehen. Auf Vršič parke ich und beobachte, wann der Mann auf dem Rad, der seine drei Euro verlangt, um die Ecke kommt. Kaum habe ich die Tür zugemacht, steht er schon vor mir. Nachdem er das Parkgeld kassiert hat, wünscht er uns freundlich glückliche Reise und wir machen uns auf zum Einstieg in Kopiščar. Vor dem Einstieg ziehen wir die Sicherungs-Sets an, mehr zur Sicherheit, da wir an solche und schwerere Wege gewöhnt sind. Wenn man in guter psychophysischer Verfassung ist, kann man die gesicherten Wege in unseren Bergen ohne Sicherung gehen, außer der Via ferrata in der Gonžarjeva peč, wo Sicherung wegen der Schwierigkeit wirklich Pflicht ist. Wenn jemand an seinen Fähigkeiten zweifelt, besser sichern wo möglich.
Trotz angesagter Hitze hat uns der Weg keine besonderen Probleme bereitet, da der Großteil von Kopiščar morgens noch im Schatten liegt und auch ein Lüftchen wohltuend wirkte und das Hitzegefühl minderte.
Die Sicherungen sind in gutem Zustand, der Kamin ist mit Eisen versehen, fast zu viel, gegen das Fenster sehr bröckelig. Man löst kaum ein Steinchen aus, das sich schnell zu einer richtigen Steinlawine entwickeln kann und Wanderer unter uns gefährdet. Aus dem Fensterbogen tropft noch etwas, aber Tropfen sind seltener. Gratenweg schön, nicht zu exponiert, Sicherungen wenig, etwas freies, leichtes Klettern nötig.
Auf dem Gipfel reichlich Besuch aus allen Richtungen. Ausblicke noch ganz gut, Nebel, die sich zu den Gipfeln erheben, verleihen Charme.
Abstieg über den slowenischen, südlichen Weg, der ebenfalls Vorsicht erfordert und nicht unterschätzt werden sollte.
Ganz anspruchsvoll, gut gesichert und schöner Weg, der für Wanderer in guter psychophysischer Verfassung keine besonderen Probleme stellt.