Heute ist mir eine interessante Doppeltour passiert, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde. Morgens habe ich Milan überrascht auf dem Parkplatz im Logarski kot entdeckt, der schon fröhlich die Hänge begutachtete. Wir waren in dieselbe Richtung unterwegs, aber jeder auf eigene Faust, ich zum Fenster, er unter die Turne, beide auf Erkundung. Zusammen haben wir einen guten Teil des Wegs zur Zabrložnica zurückgelegt, dann getrennt und jeder seinen Weg eingeschlagen. Nach einem anspruchsvollen weglosen Querung auf der linken Seite des Grabens war ich bald bei der Jagdhütte. Das Wetter hat sich schön aufgehellt und die Herbstfarben begannen ihren Zauber zu enthüllen. Goldgelbe Buchen herrschten, Lärchen färbten sich noch, höher oben gelber. Von der Hütte bin ich auf eigene Faust über steile Wiesen direkt zum Grat hoch und von da quer links zur Fenster-Richtung. Ich war zum ersten Mal dort, wusste also nicht genau wohin, aber mein Gefühl hat mich nicht getäuscht, es hat geklappt. Am Fenster ist es sehr schön. Ich hörte reden von der Westseite kommen und bald schlossen sich mir zwei Bergsteiger an. Wir haben ein bisschen geplaudert und sind zusammen zum Sattel abgestiegen, wo wir uns trennten, die beiden auf der Jagdweg Richtung Okrešelj, ich zu den Turnen. Etwas Gestrüppkampf, etwas Klettern, schöne II (krümelig), und schon war ich erst am ersten und dann am zweiten Turn, einem einsamen Aussichtspunkt von dem aus der Blick einfach unglaublich ist. Ich habe ein bisschen geruht, Tee eingegossen, da sprang plötzlich links hinter den Felsen eine zottelige Gestalt hervor. Ich bin vor Schreck fast umgefallen, wo hätte ich gedacht, dass Milan den Grat der Turne hochklettert und mich oben überrascht, erschreckt. Haha! Wir haben beide gelacht. Wir haben genossen. Die Tour haben wir zusammen fortgesetzt. Von den Turnen haben wir einen Kletterabstieg gewählt und vom Sattel Richtung Okrešelj. Es war heiß, fast zu heiß. Von Okrešelj sind wir zum Abzweig zur Hirtenebene abgestiegen, ein bisschen herumgeirrt und zusammen entschieden, den Jagdweg zu suchen, den Milan morgens unter den Turnen schon zur Hälfte gegangen war, um zu sehen, wie diese Verbindung ist. Wir haben den Einstieg gefunden und das wilde Querung begann. Der Weg war und war nicht da. Beim Queren der exponierten Grabens sind wir zu tief abgestiegen und landeten auf sehr steilen Gemsenpfaden. Je mehr wir uns durch Gemsenpassagen durchkämpften, krochen und Wurzeln packten, desto mehr kam es mir vor, als müssten wir umkehren, auch wenn durch sehr schwieriges Gelände. Milan war überzeugt, dass wir bald aus dem Schlimmsten raus sind und sein Gefühl hat uns nicht hängen lassen. Wir haben es zur Jagdquerung unter den Turnen geschafft und sofort aufgeatmet. Wir hätten höher bleiben sollen aber was, als wir im steilen Graben den Weg völlig verloren haben. Weil alles seinen Sinn hat ist es auch gut, mal zu verirren. Wir haben wenigstens gesehen und erlebt, wie anspruchsvoll die Welt im Herzen des Logartals ist. Bald danach haben wir die Spur zum Kot erwischt. Jeder für sich und zusammen waren wir beide froh und zufrieden, da wir beide geschafft haben, was wir uns vorgenommen hatten. Nach fast acht Stunden waren wir beim Auto. Super Tour!