Die Tour stand schon im August auf dem Plan, aber irgendwie hat's nicht geklappt. Samstagmorgen stürzen wir uns in die Zadnjica und weiter auf der Straße Richtung Luknja und Dolič. Die Beschreibung sagt zwar, man soll die Tour am Sattel Luknja beginnen, uns lockt aber der direkte Anstieg zur Planina Zajavor aus dem Tal mehr. Kurz vor der Kreuzung der markierten Wege nach Dolič und Prehodavce suchen wir links im Wald den Beginn des Weges. Er ist nicht schwer zu finden, noch leichter zu folgen, da er wirklich gut erhalten ist. Der Weg geht gleich steil bergan und die Steilheit lässt bis zu den elenden Resten der Alm kurz unter 1500 m ü. M. nicht nach. Es öffnet sich ein wunderschöner Blick auf Zadnjiški Ozebnik, Prehodavce, Vršac und Kanjavec. Hier endet der schöne Weg. Oberhalb der Mauerreste gehen wir weiter bergauf in den Wald, überall voll mit tierischen "Pfade", aber kein richtiger Steig. Bald sind wir am Rand des Wäldchens. Wir lesen die Beschreibung und studieren, wohin weiter. Am logischsten scheint uns die breite grasige Rinne, was sich als gute Entscheidung erweist. Höher zeigt sich in den Gräsern eine folgbare Steigerl, die in Serpentinen rechts neben der grasigen Mulde aufsteigt. Nach einer Weile biegt der Weg etwas mehr rechts in den Latschenbereich ab und hier taucht eine Freischneidung in den Latschen auf, die dir sagt, dass du richtig bist. Hier ändert der Weg komplett seinen Charakter - das Aufsteigen endet, das Querung nach Westen beginnt. Das Steigerl ist die ganze Zeit folgbar, bei der Orientierung helfen wieder die zersägten Latschäste. Bevor wir den Vrh Osojne Krnice erreichen, queren wir noch zwei Schuttmulden. Wir biegen auch zum natürlichen Fenster ab, das ganz nah ist. Dann vom Sattel auf den Gipfel. Die Ausblicke sind wirklich herrlich, der Graten Goličica - Planja sticht heraus. Wir unterschreiben im Gipfelbuch als Zweiter und Dritter dieses Jahr. Auch letztes Jahr nur ein Eintrag, das Jahr davor keiner - offensichtlich ist das wirklich ein vergessener und wenig begangener Steig. Vom Sattel steigen wir auf die andere Seite in die Schuttkar ab und queren unter dem großen Loch in der Wand der Šplevta. Hier sehen wir zum ersten Mal in Gegenrichtung einen verblassten grünen Punkt. Einer ist auch auf dem Felsen an der Kehre der Mulde, wo die Pihavec-Quere beginnt oder endet. Wir sind auf der "Berg-Autobahn", aber das Abenteuer ist noch nicht zu Ende. Wir steigen ein paar Kehren ab, dann biegen wir von der "Autobahn" zur Jagdhütte unter dem großen Block ab. Dort beginnt der Jagdsteig, der quer über die Hänge des Grats von Planja nach Goličica führt. In einem neueren enzyklopädischen Führer haben wir diesen Weg sogar als einen der Anstiege zum Pogačnikov dom gefunden. Der Weg soll mit etwas Orientierungssinn folgbar sein und dich oberhalb der 50. Kehre der Vršiška-Straße bringen. Also trotz Nachmittagsstunde entscheiden wir uns, ihm beim Abstieg zu folgen. Bald merken wir, dass der Weg nicht gerade musterhaft gepflegt ist, Latschen hängen schon größtenteils ordentlich auf dem Weg, sodass viel Bücken und sogar Krabbeln nötig ist, um durchzukommen. Wir kommen langsamer voran als erwartet. Über die erste große Mulde finden wir einen Übergang, dann sind wir am Hang des Čela. Hier verwirrt uns eine etwas seltsame Beschreibung, zusätzlich täuschen uns schöne Übergänge und wir steigen bergan. Später stellen wir natürlich fest, dass wir uns ordentlich verfahren haben und kehren um. Der Tag neigt sich schon zum Abend, wir suchen noch immer den Übergang zur zweiten Mulde. Wir finden ihn über eine schmale Bankel, gesichert mit Drahtseil (das im Gegensatz zu früheren am Weg noch hält), dahinter überraschen uns wieder umgestürzte Bäume und der Übergang über das letzte ernste Hindernis sieht ganz schön knifflig aus. Wir entscheiden uns zum Rückzug. Wir hasten, aber die Dunkelheit holt uns doch ca. eine halbe Stunde vor der Jagdhütte ein. Während wir Haufen Nadeln von uns abschütteln, schließen wir, dass Latschen fürs Erste reichen. Wir steigen die "Berg-Autobahn" ab, die kein Ende nehmen will. Nach mehr als 15 Stunden sind wir halb erfolgreich zurück am Auto - Haken bei Abrams, dieser verdammte Jagdsteig bleibt ein Knochen zum Abnagen bis zum nächsten Versuch - diesmal im Aufstieg.