Ins Velski-Tal gehe ich schon seit... sagen wir mal ewig, aber da es voller Markierungen und Gedränge ist, weiche ich ihr immer geschickt aus. Als ich gestern endlich hineinschreite, kann ich mich nicht wundern, wie Touristen aller Art sie übersehen. Unter den herbstlichen Nadelbäumen verspreche ich mir, im Herbst wiederzukommen (na ja, nur hab ich nicht festgelegt, welchen Herbst mich die Lärchen unter der Wand von Mišelj vrh-Mišelj konec mit goldenen Nadeln überschütten werden

). Wo am Talende der markierte Weg rechts abbiegt, geh ich geradewegs über den steinigen Blumenteppich und dann ein Stück den Schutt hoch, bis zur gut sichtbaren Abzweigung zum Mišeljski konec. Von da an wird's alles schwerer, da die Sonne schon unbarmherzig brät. Oben verweile ich nicht, sondern fahre den Grat bis Na Nizkem weiter. Für diese Gratkuppe wollte ich einen Übergang ins Tal suchen, aber kein Bedarf sich anzustrengen, denn du gehst einfach drauf los. Einmal dazwischen konnte ich eine Schlange nicht lokalisieren, die in dieser Höhe nur eine Viper sein kann, also hab ich sie aufs Schuttfeld gestoßen und mich eine Weile genussvoll drauf in lockerer Fahrt abgeseilt. In der Mišeljska-Tal lauf ich Genießern über'n Weg, die von Mišelj vrh abgestiegen sind auf demselben Pfad wie ich. Wir wechseln ein Wort oder zwei, dann wiederum in der Umarmung der Stille, als plötzlich muuuuu; erste Kuhgruppe, dann zweite mit Bulle in der Mitte. Ganz am Rand eile ich, dass ich fast ins Gestrüpp stürze und atme auf, als sie da hinten irgendwo bleiben. Bald gönn ich mir 'ne Pause und treffe die Genießer zum zweiten Mal. Das dritte Mal war an der Quelle, etwas über der Planina Na Jezercu. Auch ich halte flott an und saufe auf Ex ein halbes Liter, nehm doppelt so viel mit, was sehr kluge Entscheidung war, da die Flaschen beim Parkplatz fast leer sind.