Wo anfangen...
Expedition zu einem so entlegenen Gipfel bringt einige verschiedene "Reisen" mit sich, zuerst mal dorthin zu kommen ist schon eine Geschichte für sich, dann die Expedition selbst, am Ende Rückkehr nach Hause.
Nach erfolgreicher Ankunft im Basislager (BC) folgten Tage der Akklimatisation. Wetter scheint hier auch um einen Monat verspätet, kein Tag ohne Niederschlag. Sieht aus als würde Winter noch dauern, Neuschnee täglich Standard.
Nach ein paar Tagen im BC sind wir zum Lager 1 (C1) aufgebrochen. Hier spürte man noch etwas Zivilisation. Nach Akklimatisationstour zu Pik Juhin 5100m (wo einen Tag vor unserer Ankunft einen toten Bergsteiger abtransportiert haben), haben wir gegessen (so viel wie möglich) und geschlafen.
Nächster Tag Training am Gletscher: Gehen in Seilschaft und obligatorischer Abseilen und Aufsteigen am Seil. Der Tag war auch für Ruhe, denn nachts um 4 Uhr folgte bisher schwerster Teil, Umzug von C1 nach C2 auf 5300m mit all dem Kram im Rucksack.
Gletscherüberquerung war bunt, Neuschnee verdeckte immer die Spalten. Einige sind hineingefallen, ohne Seil wären sie wahrscheinlich weg.
Keuchen bis C2 sehr anstrengend. Als Kumpel und ich das Zelt bekommen, verstecken wir uns schnell in Schlafsäcken, denn Temperatur und Wind unlebensfeindlich.
Hier entsteht Teufelskreis, weißt dass du trinken, essen und WC musst, aber "keine Lust", weil jede "Tal-Sache" hier oben so schwer...
Trotzdem überlebe ich die Nacht (mit Panikattacken dass ich ertrinke...), morgens Action, ab nach C3 auf 6100. Esse Snickers und halbe Schokolade, das dauert fast Stunde...dann Schritt für Schritt zum Grat nach C3.
Am Grat Pause, weiß ich bin nicht ok aber mache weiter. Vor letztem "Steilhang" nach C3 sagt letzter Verstand "das riecht nicht gut", kaum atmen und Wetter schlecht und wird...wer trägt mich aus C3?? Hier bei 5850m stoppe ich, das war's, genug, "riecht nicht gut".
Folgte Abstieg nach C1, extrem anstrengend und gefährlich wegen hoher Temperaturen (Leute in Spalten fallen gesehen).
Nach glücklicher Rückkehr nach C1 denke ich viel nüchterner und entscheide mich, auch wg. Wettervorhersagen, dass es für mich dieses Jahr zu Ende ist.
Ohne Bedauern tiefer und dann in zweitägigem Trip nach Hause.
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