Im Buch "Erinnerungen" beschreibt Jakob Aljaž auf sehr interessante Weise, wie und warum der Bau des Aljaž-Turms verlief.
"Den Turm habe ich auf eigene Kosten errichtet und später dem Slov. Plan. Društvu geschenkt. Den Gipfel des Triglavs habe ich von der Dovška Gemeinde für 1 Fl. gekauft. Ich war der höchste Grundbesitzer.
In diesem höchsten Bau unseres Landes werden Gedenkbuch, Stempel, drei runde Hocker zum Ausruhen, besonders bei kaltem Wind, und an der Wand ein gemaltes Panorama mit Namen ferner und naher Berge aufbewahrt.
Bei kaltem Wind ist im Türmchen ein gutes Schutzhäuschen, natürlich nur für drei, vier Personen. Ursprünglich hatte ich darin auch einen Samowar und eine Flasche Spiritus; das war in jenen Zeiten, als nur Idealisten - Ehrliche - auf die Almen gingen.
Wegen Wind und Schnee ist die Tür klein und etwas vom Boden entfernt. Die einzelnen Teile des Turms aus dickem verzinktem Blech hat Hr. Anton Belec aus St. Vid über Ljubljana gefertigt und auf dem Triglav zusammengenagelt.
Die Eisenstützen (Winkeleisen) im Turm sind mit Beton in den Fels gegossen. Der Blitzableiter ragt auf der Nordseite vom Dach 25 m weit unter den Schnee.
Der Draht ist kupfern. Aber Blitz geht auch andere Drähte in die Felsen, von denen einer stark zerrissen wurde.
Wegen des Turms hatte ich viel Gerichtsstreit. Die Deutschen klagten mich an, ich hätte den unterirdischen Triangulationspunkt I. Ordnung zerstört, was aber nicht wahr war, denn vor 40 Jahren haben Zivilingenieure auf dem Triglavgipfel nur eine hölzerne Pyramide für Vermessung errichtet, die vom Wetter zerstört wurde.
Kläger war der böhmisch-deutsche Landesvermesser K., der dem Radovljica-Vermesser befahl, Bauern, Touristen, Jäger, Führer zu verhören - und das alles hinter meinem Rücken. Die Untersuchung lief schon ein halbes Jahr, bevor ich etwas erfuhr. Die betreffenden Verhandlungen und Erkundigungen bekam ich teilweise vertraulich.
Ich aber hatte gute Zeugen, dass vor 40 Jahren die Vermesser nur eine hölzerne Pyramide errichtet hatten, keinen unterirdischen Triangulationspunkt gelegt. Zeugen waren: Požganc (Janez Klinar) und der Srenj-Diener Gregor Legat. Die Deutschen prahlten schon, denn der Landesvermesser hatte gedroht:
"Den Triglavturm werden wir entfernen und Pfarrer Aljaž 1000 Fl. Strafe zahlen."
Ich aber wusste, was ich wusste, und habe sie still ausgetrickst.
Als wir in Radovljica im Gasthausgarten saßen und Pfarrer Berlic zu mir sagte:
"Die Deutschen schmieden etwas gegen dich auf dem Triglav", ist mir der selbstbewusste gorenjska Witz entschlüpft:
"Die werden sich alle zusammen anscheißen".
Die ganze Gesellschaft prustete vor Lachen, unter ihnen auch der Gerichtsrat.
Interessant ist auch, wie ich den Leiter der deutschen Sektion Krain hereingelegt habe, als die Untersuchung wegen des Triglavturms lief, und wir bei Šmercol zusammen tranken.
Sagte er zu mir: "Den Turm hier werden wir nicht dulden. Hier operieren wir und der Turm muss umgestürzt werden!"
Ich bat ihn scheinbar ganz demütig, den Turm doch stehen zu lassen, denn - "Ihr wisst, was Blech ist. In 5 Jahren frisst ihn Rost und alles ist vorbei! Der Leiter nickte zufrieden: "Das ist wahr!"
Mit Freuden erzählte ich dann den Slowenen, wie ich ihm den Schnurrbart über die Ohren gezogen habe. Den Triglavturm hat aber bis heute kein Rost gefressen.
Alle Ärgerlichkeiten haben schließlich die Soldaten beigelegt.
Hauptmann Schwarz bewies, dass vorher kein unterirdischer Triangulationspunkt auf dem Triglav war, sondern dass Zivilgeometer nur eine hölzerne Pyramide errichtet hatten.
Er bat mich, den Turm zur Messung zu nehmen, nämlich die Linie zwischen Dach und Wand, und vergrub eine Schachtel mit Pergament in der Turmmitte als echten Triangulationspunkt, und sagte:
"Nun ist der Turm unter kaiserlichem Schutz, bleibt aber Euer Eigentum. Er muss nicht umgeschrieben werden. Niemand hat Recht, den Turm zu beschädigen, und aus Wien habe ich Anweisung ans Kreisoberamt gegeben, dass die Gendarmen jedes Jahr nachschauen, ob jemand den Turm beschädigt hat. Wenn Ihr am Turm etwas ändert, meldet es uns auch."
Ich freute mich, weil ich volle Genugtuung bekam, und der Aljaž-Turm wurde bald überall bekannt, unter Bergsteigern, durch Erzählungen und Ansichtskarten, besonders im Volk wurde er durch Janko Mlakar berühmt, der in der Družba sv. Mohorja beschrieb, wie er Trebušnik auf den Triglav brachte und ihn kaum in den Turm quetschte.
Als Trebušnik sich im Turm vollgefressen hatte, steht geschrieben und auf dem Bild zu sehen, wie sie ihn durch die zu kleine Tür herausziehen, dass er aus vollem Hals schreit. Dieser Spaß ging durch die ganze slowenische Welt und gefiel selbst Trebušnik.
Der Triglavturm entstand aber so:
1895 sind wir ihn bauen gegangen: ich, Meister Belec mit einem Arbeiter und meine zwei Arbeiter Požganc und Kobar.
Damals übernachteten wir in der alten kleinen Dežman-Hütte, da Slowenen noch keine Hütte hatten.
Es war dichter Nebel. Deshalb ging ich morgens nicht auf den Triglavgipfel, sondern blieb in der Dežman-Hütte, von wo ich hörte, wie sie die Teile des Triglavturms zusammennagelten.
Ich sprach mit dem Hüttenwirt der Dežman-Hütte: Glaser Vilman, den ich schon vorher kannte, weil er aus Mojstrana war.
Der sagte mir freundlich und vertraulich: Das ist Glück für Euch, dass heute Nacht keine Deutschen hier waren; sonst gäbe es keinen Platz für Euch. Es waren wenige Betten an der Wand, tagsüber hängten sie die Betten an die Wand hoch. Deutsche Touristen, Mitglieder des Alpenvereins - sicherlich - haben Vorrang vor Slowenen.
In diesem Moment beschloss ich, die Triglav-Hütte zu bauen, nämlich eine Hüttchen nur für mich und ein paar Freunde. Wenn das Slov. Plan. Društvo auf meinen Aufruf reagiert, bauen wir eine große Hütte, wo, das schaue ich nächste Woche nach; wenn ich anderswo keinen Platz finde und niemand hilft, baue ich mein Hüttchen neben die Dežman-Hütte 10 Schritte davon... - so verletzt war mein nationaler Stolz.
Es wird klappen! Die Welt ist unsere, die Dovška Gemeinde - 137 Berechtigte, unter denen ich auch bin - aber würde ein Deutscher in unserer Welt so protzen, dass ein Slowene nur mit Angst auf den Triglav geht? Nein!
Einige Jahre später fiel mich in Mojstrana ein Deutscher an, der vom Triglav kam, wütend sagend: Wie wagt es das Slov. Plan. Društvo, auf dem Triglav eine Hütte zu bauen, wo wir Deutschen den Weg hinauf gemacht haben!
Nächste Woche gehe ich wieder auf den Triglav, begleitet von Sängerleiter Matej Hubad, der zufällig bei mir war, um den Triglavturm zu besichtigen und Platz für die slov. Trigl.-Hütte festzulegen.
Wir übernachteten wieder in der Dežman-Hütte, dort fanden wir den freundlichen Hr. Gassner, Fabrikanten aus Tržič, mit dem wir sangen: "Ave, maris stella" (Gegrüßt, Meeresstern).
Er hatte einen schönen Bariton.
Wir tranken auch Champagner, eine Flasche haben wir für den nächsten Tag aufgehoben, für die Eröffnung meines Turms auf dem Triglav. Es war herrliches Wetter, Anwesende auf dem Gipfel: Matej Hubad, Gassner, ich und meine zwei Arbeiter Požganc und Kobar.
Požganc wirft eine Dynamitpatrone, die kräftig explodiert, der Champagnerpfropfen springt hoch mit Knall, wir singen wieder: "Ave maris stella" dann "Triglav, mein Heim" und die Eröffnung war beendet. -
Die breitere Öffentlichkeit erfuhr erst später von der Eröffnung des Triglavturms.
Jemand beschrieb die Konstruktion des eisernen Triglavturms im Beiheft der Laibacher Zeitung und auch ferne Touristen interessierten sich stark für den Turm.
Darin war Schutz vor kaltem, giftigem Wind, wenn ein Tourist leicht bekleidet auf den Triglavgipfel kam, konnte er in dem Turm seine Karte ausbreiten und ruhig die Aussicht genießen.
Manchmal ist oben der Wind so stark, dass er Steine davonträgt...
Auszug aus dem Buch Aljaž-Sammlung (Klinar, Strojin, Urbanija, Škulj) Mohorjeva družba 1993 - Jakob Aljaž, Bergsteigererinnerungen