Na, wie Beschwerden im Ausland und bei uns behandelt werden.
Österreich:
Autobahnraststätte Landeszeit (gleicher Eigentümer wie Rosenberger-Restaurants): schieben mir Brot unter und kassieren es an der Kasse. Bei Beschwerde krieg ich Antwort vom Herrn Rosenberger selbst (na ja, besser gesagt von seiner Sekretärin), die sich entschuldigt und mir 5 EUR Gutschein anbietet, den ich nächstes Mal einlösen kann.
Shell-Tankstelle an der Autobahn: freche und aufdringliche Betankungsleute, die mehr tanken als gewünscht (nur für extra Verdienst der Station). Aber Shell Kundenservice (in Polen - billigere Arbeitskraft) lädt mich zu gratis Kaffee und Kuchen nächstes Mal ein, bei dem ich das Problem mit dem Personal freundschaftlich 'besprechen' kann! Dass sie die Betankungsleute zu zusätzlicher Ausbildung schicken (häh, wenn sie zu Hause keine Grundkultur beigebracht bekommen haben, hilft keine Schulung),...
OMV-Tankstelle in Kranj (OMV ist österreichisch): unfreundliche Kellnerin im Imbiss! Beschwerde an slowenische Zentrale und Entschuldigung: Personal möchte sich mit einem Gebäck und Kaffee beim nächsten Besuch revanchieren!
So ist der österreichische Weg!
Slowenien:
Hütte am Dobrča: gelangweilter Hüttenwirt, der dich duzt. Beschwerde ans PD Tržič, dessen Präsident dich belehrt, dass Duzen nicht so freundlich ist und zeigt, wie Gast mehr als eine Nummer ist,... Hmm, wieder wissen Slowenen besser als ganz Europa.
Solche und andere Beispiele aus dem Unteralpenland und auch @Trobecs Fall zeigt den slowenischen Weg!
Worum geht's? Nicht um Freundlichkeit oder Unfreundlichkeit, wie mancher denkt. Geht um zwei verschiedene Mentalitäten:
1. Materialistische, profitorientierte, marktorientierte Gesellschaft. Freundlichkeit nur Werkzeug, um maximal rauszukitzeln. Dann peng von hinten! Bei Beschwerde kuscheln sie natürlich und zischt-zischt,... Machen aber weiter wie gehabt. Geschenk, wertlos natürlich im Vergleich zu nächsten paar Hundert, die sie absahnen und die sich nicht beschweren.
2. Gesellschaft, wo Materialismus, Geld im Hintergrund, letztlich traut in egalitärer Denkweise keiner, mehr zu verdienen und sich anzustrengen, geschweige unfair (das ist einerseits gut: weniger Betrug als im Westen). Aber da herrscht andere Mentalität. Sturheit! Selbstdarstellung! Den Menschen zerhämmern bis zum Umfallen! Erst vor Ort, dann noch bei Beschwerde. Manche antworten gar nicht. Schweigen ist auch Gewalt. Kurz: Wichtiger als Nutzen ist, wer wem tiefer in den A** steckt, um was zu beweisen...hmm was gleich. Na, dass er's größer hat, auch wenn mikroskopisch!
Dazu neigen besonders Subjekte, die nicht profitorientiert sind oder soziale Mission haben sollen. Verschiedene Non-Profits und Staatsinstitutionen,... und auch Vereine. Leider auch bergsteigerische!
Klar, wie sollen sie anders sein, wenn die Mehrheitsmentalität unseres Pöbels so ist, wie's gerade einige Gegner von @Trobec in diesem Thread zeigen.