Das Auto habe ich, genau wie vor zwölf Tagen, auf der Kurve in ca. 980m Höhe geparkt, wo der schifahrbare Schnee anfängt.
Ich stieg den Weg vorbei an Planina Blato hinauf. Drei oder vier umgestürzte Bäume bei der Planina sind noch da, und oben vor Planina Pri jezeru noch einer, aber keine größeren Probleme. Schnee war vereist, aber durch den aufgehenden sonnigen Tag an manchen Stellen schon am Aufweichen. Die wasser gefüllten Gräben oberhalb Dedno polje habe ich direkt am Boden genommen, da ich einschätzte, dass ein Querüber am Hang mehr Energie kosten würde als ein paar Meter Ab- und Anstieg in der Mitte der Rinne. In der Mulde Za Kopico war Schnee stellenweise schon sonnenweich, hier und da bildeten sich Sporen an den Skiern.
Wenn ich bis Sattel Vrata recht flott aufgestiegen bin, war ich beim Querüber unter Vršaki deutlich vorsichtiger. Im Gegensatz zu den Verhältnissen vor 12 Tagen gab es auf der schattigen Querung keine kleinen zweifelhaften Löcher, aber für sicheren Übergang waren Steigeisen zwingend nötig. Auf Hribaricah war Schnee teils weich, in Schatten hart und teils vereist, von da zum Gipfel Kanjavec überwiegend sonnenweich aber schon stark umgewälzt auf harter Basis, sodass ich die Steigeisen nicht abnahm. Letzte Meter zum Gipfel trockener und harter Schnee. Auf ganzer Route Bedingungen fast ideal für Skigehen.
Kanjavec gilt als Aussichtsgipfel, aber an dem Tag bei wolkenlosem Himmel waren die Ausblicke wirklich herrlich. Ich gönnte mir ca. 15 Minuten, dann abgefahren (und auf Hribaricah auch etwas abgestampft) Richtung Mulde Za Debelim vrhom. Kurz vor Lazovski Sattel lockte mich eine schöne schifahrbare Steigung Richtung Planina Krstenica, also dorthin abgebogen. Hätte ich das nicht tun sollen! Nach ca. 300 Höhenmetern auf Planina Jezerce war die Steigung endgültig zu Ende, folgte ca. 2,5 km langes Querfeld mit Stampfen, das ich mit unnötigem Abstecher durch steiles Waldgebiet Richtung Dolinica Pod Ogradi gewürzt habe, endend mit trockenem Sprung ca. 100 Höhenmeter tiefer. Darum zurück und weiter das (für mich) endlose Querfeld nach Krstenica. Glücklicherweise führten zwei Skispuren dorthin.
Krstenica war schon in der Dämmerung, ich machte eine Runde um die Planina, fand aber keine Loipe Richtung Planina Blato (über Bušnica), und der Weg könnte nachts zum Skifahren recht steil sein. Deshalb entschied ich mich für Variante Richtung Vojam, wohin die Loipe führte. Bei Hügelchen Na vrhu bog ich mit der Loipe rechts ab und versuchte, dem unmarkierten Weg nach Planina Blato zu folgen. Aber nur versucht! Zahlreiche umgestürzte Bäume machten den Weg kaum gangbar, musste Umwege von mal 50, mal mehr Metern hangauf oder -ab machen, nur guter Navigation sei gedankt, dass ich immer wieder zur schneebedeckten kaum sichtbaren Spur zurückfand. Für ca. ein Kilometer nächtliches Gestrüppe verbrauchte ich weit über eine Stunde, Skier natürlich am Rucksack, Lawinenrucksack-Rakete abmontiert und sicher verstaut. Abstieg von Planina Blato reine Formsache, auf der Straße zum Auto geschifahren.
Abfahrt vom Kanjavec-Gipfel war gar nicht schlecht, hart und sonnenweiche Bereiche wechselten sich ab. Löcher, die bei Kurven stören würden, keine da, trockener unberührter Schnee zum Juhu auch nicht.
Und noch das: Straße durch Suha-Tal an mehreren Stellen stark vereist. Trotz vorsichtiger Fahrweise und Ketten vorne (oder eben deswegen) rutschte das Auto hinten zweimal fies quer und stand quer. Fahrzeug habe ich durch Rückwärtsfahren ausgerichtet! Also Vorsicht!