Montag, 18. Mai. Von Planina Blato über Krstenica zu Hribarice und weiter zum Kanjavec, Rückkehr über Lazovski-Pass und Planina v Lazu zurück nach Blato. Aladins Wolkenvorhersage wünschte sich einen klaren Tag, ich Herumstreifen in den Triglav-Vorstufen. Von Blato bin ich durch die Bušnica-Schlucht gegangen, die sich knapp unter dem Gipfel mit einem Sprung endet. Letztes Mal habe ich sie am steilen Wald links umgangen, gestern probiert auf steilen Wiesen mit wenigen Bäumen rechts. In der Schlucht war alles von Anfang an sehr feucht, auch die Wiesen beim Ausstieg keine Ausnahme und rutschig. Mir scheint der linke Ausstieg etwas leichter.
Durchnässt vom Tau hat mich an Krstenica strahlende Sonne erwartet. An Planina Jezerce ist der Hahn geschlossen, Wasser holt man ca. 50 m am Trog. Ich fuhr fort durch das zweite Tälchen des Tales Za Debelim vrhom (von Osten gesehen), das direkt zum Hribarice-Pass führt. Geschlossener Schnee beginnt am Anfang des Tälchens, etwas höher steilere Hänge, wo Schnee dunkelgrau war und hart aussah. Vorsichtshalber Crampons angelegt, Aufstieg dadurch viel bequemer. Unter Hribarice-Gipfel hüllte Nebel mich ein, Orientierung wurde anspruchsvoll. Gemeinsam mit Aladin haben wir uns unter der Nase weggewischt. Aladin für Vorhersagegenauigkeit, ich für Herumstreifen in Triglav-Vorstufen. Mir scheint, das hat schon frühmorgens der Tau in Bušnica angekündigt.
Um den Tag nicht zu verlieren, bin ich zum Kanjavec aufgebrochen. Aber auch dorthin nicht ganz flüssig. Weg versteckt sich mehrmals unter Schnee, wo er wieder in Felsen kommt, musste jedes Mal erkunden. In Nebel aber nicht das Einfachste. Am Gipfel klärte es wie durch Wunder für ein paar Augenblicke. Triglav, umhüllt von weichen wattegepolsterten Wolkenflocken, war wie zum Greifen nah.
Zurück ging es schneller. Natürlich diszipliniert in eigenen Spuren gelaufen, bis ich - wieder unter Vrh Hribarice - aus dem Nebel kam. Hatte noch etwas Zeit und Lust, bin zum nördlichen Nachbarn von Debel vrh gesprungen (vielleicht Vrh Lašt, 2351m). Wolken hoben sich leicht, für Minuten zeigte sich sogar Kanjavec. Auch zu anderen Gipfeln herum schöner Blick, wenngleich ohne Himmelsblau. Alles noch stark verschneit.
Fortgesetzt durch drittes Tälchen (von Osten). Am Ende Abstieg ca. 100m auf markierten Weg zum Lazovski-Pass, mit Skiern unproblematisch. Gestern musste ich es zu Fuß auf steilen Wiesen und Abstieg auf flachem Schnee unter dem viele Löcher waren, absteigen. Krajne poči und ähnliche Löcher, meist im Schnee an Hangknicken versteckt, sind meiner Meinung nach derzeit größte Gefahr.
Nachdem ich den Großteil des Tages auf Schnee verbracht habe, freute mich unter Lazovski-Pass echtes Frühling. Auf dem ganzen Weg niemanden getroffen, keine Spuren im Schnee. Nur der Karrenweg von Sedmerih jezer zu Planina Blato matschig und voller Traktorspuren. Lubadar fordert offenbar seinen Anteil.