Wenn ich mir noch ein bisschen über die Hunde-Kultur ihrer Besitzer erlauben darf. Interessant ist, dass sich in der Hunde-Kultur, besonders im Verhalten der Hunde-Besitzer gegenüber anderen Leuten, Spaziergängern, Bergsteigern die aktuelle Realität und der Verfall der slowenischen Gesellschaft schön zeigt.
Auf der einen Seite verantwortungsvolle Leute, die ihr Leben nach ihren Lebensprinzipien, Neigungen, Genüssen... leben wollen, ihre Probleme lösen und nicht Opfer von Problemen anderer sein wollen, wollen anderen nicht im Weg sein und auch nicht dass andere ihnen im Weg sind. Ihr Motto: lebe und lass leben! Sie übernehmen Verantwortung für ihre Taten, achten aber streng darauf, nicht als Sündenbock für Unverantwortlichkeit anderer herhalten zu müssen oder unter deren Fehlern zu leiden. Ob absichtlich oder nicht, egal. Dafür soll höchstens der Verursacher leiden.
Auf der anderen Seite unverantwortliche Leute, die nie fähig waren, ihre Probleme erfolgreich zu lösen und dementsprechend ihr Leben zu genießen. Leute, für die das Delegieren von Verantwortung an irgendwen und Suchen nach Ersatzbefriedigungen (inkl. Schikanieren anderer, womit sie ihre seelischen Wunden heilen) vertraut ist. Ihre Energie richten sie statt zur Lösung eigener Probleme auf Suche nach Schuldigen und Ersatzbefriedigungen. Andererseits lassen sie sich unnötig fremde Verantwortung aufbürden. Schwache Leute, Weichlinge. Sie können kein NEIN sagen! Aber geschickt jonglieren sie mit dem Begriff Verantwortung, erfinden tausend Ausreden warum etwas nicht klappte und lenken ihren dadurch entstehenden Zorn auf unbestimmte Mitmenschen (natürlich die Schwächeren). Solchen Lebensstil verteidigen sie natürlich verzweifelt. Alle Mittel erlaubt zur Befriedung ihrer Traumata, unerfüllter Wünsche, Träume,.. Hunde-Terror ist vielleicht nur eines davon.
Seit ich mich mehr in der Natur bewege (auch Bergwandern ist Teil davon) treffe ich mehr Besitzer und deren Hunde. Interessant wie gerade die Kultur von Leuten und Volk in so banalen Dingen wie - Hunde od. Umgang damit und mit anderen Leuten, Mitspaziergängern, Mitbergsteigern... sichtbar wird. Genau darin sieht man Kultur und Charakter des Slowenen und z.B. des Italieners oder Österreichers. Mit negativen und positiven Dingen. Bei allen drei genannten Völkern, ohne Missverständnis.
Was den Pfefferspray angeht, ist es heute nichts Besonderes, ihn mitzunehmen. Fürchten ihn od. widersetzen sich nur die, die dadurch nicht tun können was sie wollen. Er hat mich nicht nur vor vielen verrückten Hunden und verrückten Besitzern bewahrt - vielleicht hat er mir auch das Leben gerettet in ganz unhündischen Situationen mitten in der Zivilisation fern von Natur. Vielleicht... Denn dank ihm erfahre ich nie, was ein Irrer mit mir gemacht hätte, der mir entgegenkam falsche Richtung auf Radweg und nach Kollision unserer Räder mit Fäusten drohte, dann als Spray wirkte, mich(!) als Psycho beschimpfte. Dank demselben Spray erfahre ich auch nie, was ein Räuber mit seinem Messer mit mir auf einer meiner Europa-Reisen gemacht hätte, nachdem er auf gebrochenem Englisch forderte, ihm 'alles was ich habe' zu geben!