Mit etwas Verspätung, dragon.
Passt, denn Triglav ist eng mit dem Süden verbunden, ohne den „Südler“ Mihajlo Pupin wäre Triglav 1919 Italien zugefallen, ebenso der Großteil des Oberen Save-Tals.
Sucht im Netz, ihr findet vieles.
„Den angesehenen Wissenschaftler ernannten sie 1912 zum Ehrenkonsul Serbiens in den USA, diese Aufgabe übte er bis 1920 aus. Damals leistete er viel für die Etablierung zwischenstaatlicher und anderer Kontakte zwischen Serbien bzw. später Jugoslawien und Amerika. Besonders groß ist sein Beitrag bei der Schaffung Jugoslawiens als gemeinsamen Staat der Südslawen und bei der Festlegung seiner Grenzen, von denen einige noch heute in seinen Nachfolgestaaten gelten. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs war er 1919 während der Friedensverhandlungen auf Einladung des erst wenige Monate alten Königreichs Serben, Kroaten und Slowenen zwei Monate in Paris, wo er im entscheidenden Moment seine persönliche Bekanntschaft mit dem damaligen 28. US-Präsidenten Thomas Woodrow Wilson, einem Uni-Klassenkameraden, nutzte. Als es um die Grenzen des jungen Staates ging, sammelte Pupin Daten zu historischen und ethnischen Merkmalen der Grenzgebiete Dalmatiens, Istriens, Sloweniens, Banats, Međimurs, Prekmurje, Baranjas und Mazedoniens und schickte am 19. April 1919 ein persönliches Memorandum an den US-Präsidenten. Nur drei Tage nach Erhalt dieses Briefes erklärte Wilson, dass die USA den Londoner Pakt nicht anerkennen, mit dem die Alliierten Italien 1915 zusagten, nach dem Krieg Trentino, Südtirol bis Brenner, Görz, Gradisca, Triest, Kanaltal, südwestliches Krain, Istrien, Cres, Lussin und viele weitere Inseln bis Mljet zu bekommen.
Die Alliierten berücksichtigten natürlich die Meinung des großen Bruders jenseits des Atlantiks und zogen die italienisch-jugoslawische Grenze so, dass Bohinj, Bled, ein großer Teil der Julischen Alpen mit Triglav und dem Triglav-See-Tal sowie das Obere Save-Tal blieben, auch Kranjska Gora, Dovje, Gorje und Ribno sowie Bohinjska Srednja vas und Bohinjska Bistrica in Slowenien. Als der Delegierte der SHS Dr. Dušan Ribarž von dieser Entscheidung erfuhr, soll er vor Freude geweint haben. Um dem Patrioten Pupin wenigstens etwas zu vergelten, schlug er ihn zwei Jahre später als Ehrenbürger von Bled vor. Im Protokoll der 10. Gemeinderatssitzung am 20. September 1921 in Bled steht, dass sie den Universitätsprofessor M. I. Pupin zum Ehrenbürger der Bleder Gemeinde ernannten, „der die größten Verdienste hat, dass Bled und Bohinj in ihrem Staat blieben“.
Ehrenbürger
Jahrzehntelang war in Bled die einzige materielle Erinnerung an Pupin das sogenannte Pupin-Haus in Zaka, erbaut von einem kroatischen Ehepaar, auf der Holztafel am Eingang stand statt der Namen der Eigentümer Pupin-Haus. Der Zahn der Zeit hat es zerstört, an seiner Stelle baute ein Wiener Ehepaar ein Steinhaus ohne Pupins Namen.
Im Blejski Zbornik zum 1000-Jahr-Jubiläum von Bled 2004 führte Božo Benedik Dr. Mihajlo Pupin unter den Ehrenbürgern des Ortes auf, „dem wegen seiner Verdienste für Bled und das Jesenice-Dreieck bei den Verhandlungen zum Friedensvertrag zwischen Italien und dem Königreich Serben, Kroaten und Slowenen in Zaka eine Gedenktafel errichtet werden sollte, doch die Initiative erstarb. Es blieb nur das Pupin-Häuschen in Mali Zaki.“
2008 wollte der damalige Präsident des Alpenvereins Sloweniens Franc Ekar nach Jahrzehnten das Andenken an den Patrioten wiederbeleben. Er schickte den damaligen Präsidenten des slowenischen Staates und der Regierung einen Brief mit dem Vorschlag, diesem serbisch-amerikanischen Wissenschaftler und Bleder Ehrenbürger irgendwo in der Gorenjska, vielleicht in Bled, ein Denkmal zu setzen. „Am Ende der diesjährigen Feiern zum 230. Jahrestag des ersten Aufstiegs auf den Triglav haben wir Bergsteiger oft darüber nachgedacht, in welchem Land der Gipfel dieses Berges jetzt wäre, hätte der Weltbürger Mihajlo Pupin nicht beim US-Präsidenten für die schon fast festgelegte Staatsgrenze zwischen Italien und Jugoslawien nach dem Ersten Weltkrieg gekämpft,“ schrieb Ekar. „Neben Jakob Aljaž ist Pupin am meisten dafür verantwortlich, dass Triglav slowenisch blieb.“ Auf diesen Brief erhielt er keine Antwort.
Vielleicht erinnern wir Slowenen bis Ende nächsten Jahres zum 160. Geburtstag Pupins mit einem Denkmal den Mann, dem Dank gebührt für einen großen Teil der Julischen Alpen und der Täler darunter slowenisch zu sein.
Wenn sie in den nächsten Tagen die neue Grenze ziehen, bräuchten die Slowenen sicher auch einen neuen – Pupin.
Wer war Pupin?
Mihajlo Idvorski Pupin (geboren 4. Oktober 1854 in Idvor im serbischen Banat, gestorben 12. März 1935 in New York) verließ mit 15 Jahren das Gymnasium in Pančevo, wo ihn der slowenische Professor Kos für Naturwissenschaften begeisterte. Aus Prag ging er nach Amerika, wo er während des Studiums auf Farmen und in Fabriken arbeitete, in New York half ihm finanziell der slowenische Krämer Lukanič, was Pupin nie vergaß. Die Columbia-Universität in New York schickte den begabten Studenten zum Physikstudium nach Cambridge und Berlin, wo er 1891 promovierte. Bei der Rückkehr nach Columbia wurde er 1904 zum Doktor der Wissenschaften befördert und lehrte bis zur Pensionierung 1930 Elektromechanik. Er war Mitglied der Französischen Akademie der Wissenschaften, der Serbischen Königlichen Akademie, Präsident der New Yorker Akademie der Wissenschaften und Ehrendoktor von 18 Universitäten. In den USA, Königreich Jugoslawien, der Tschechoslowakei und Frankreich erhielt er eine Reihe hoher Auszeichnungen ...'' und so weiter.