Heute hat mich Begunjščica richtig schön überrascht! Als ich mich morgens Richtung Ljubelj fuhr, sah es nicht danach aus, denn der Himmel schloss sich buchstäblich vor meinen Augen und ich schimpfte ganz schön mit mir selbst wegen der „schlechten Wahl“ des Ziels. Aber ich wollte die Pläne nicht ändern und so zog ich am Parkplatz die Schuhe an, hievte den Rucksack auf die Schultern und ging in den Nebel hinauf.
Aber schon bald hat mir Tadej den Tag versüßt, der schon von Zelenica zurückkam und mir sagte, dass oben auch etwas Sonne ist. Am „Abzweig“ zum Šentanski plaz zeigte sich die Sonne wirklich und begleitete mich bis ganz oben. Auf dem zentralen Lawinenhang sind einige kleinere Lawinen abgegangen, aber nichts Besonderes. Viel Schnee und ganz weich, sodass der Aufstieg ganz schön anstrengend war. Auch beim Gehen auf dem abgerutschten Schnee war es nicht viel besser. Die Sonne brannte wie verrückt und als ich zur Centralen Rinne kam, war ich total ausgelaugt, und das fallende Gestein in der Rinne hat meinen Moral nicht gerade gehoben. Ich wich links in den Schutz der Felsen aus, rüstete mich mit Helm, Steigeisen und Pickel aus, trank einen Schluck, wartete, bis das Gesteinsfeuer ein bisschen nachließ, und setzte den Aufstieg fort. Nun, ich wurde für meine Ausdauer belohnt - die Bedingungen in der Rinne sind einfach hervorragend! Alles schön zugeschneit, Schnee verdichtet, hart bis ganz oben und das Vorankommen in Kombination mit tollen Ausblicken wurde reines Vergnügen! Wegen der exzellenten Verhältnisse bin ich nicht schräg zum Gipfel gegangen, sondern habe eine kürzere Rinne gewählt und bin direkt auf den Grat gekommen, dann spaziert zum Gipfel Begunjščica, der unter den Auserwählten über dem Nebelmeer war. Oben kurze Pause beim Genuss des schönen Tages, dann Abstieg über Šentanski plaz. Oben ist er kahl, tiefer noch genug Schnee, der stellenweise von Lawinen verdichtet ist, aber genau weich genug für angenehmen Abstieg.