| Gast29. 11. 2011 17:38:41 |
Gestern habe ich mir zum Ziel gesetzt, über unmarkiertes Gelände auf die Jezerska Kočna von der Südseite aufzusteigen. Ich finde ein paar Routenbeschreibungen über den SW-Grat und fahre nach Suhadolnik, wo ich mit dem Querübertritt und Aufstieg zum Grat beginne. Zuerst entlang Tierautobahnen quer und leicht bergauf und als ich denke, dass ich den Skedoven-Bach überquert habe, steige ich steiler zum Grat hinauf. Bald bin ich am Grat, der solide getreten aussieht, daher folge ich ihm. Stört mich nur, dass im dichten Wald nichts zu sehen ist und ich nicht zu 100% sicher bin, am richtigen Grat zu sein.. Ich fahre fort am Grat, der immer steiler wird und für ein paar Abschnitte musste ich richtig nachdenken, wie drüber.. Schon ziemlich hoch komme ich endlich zu einer kleinen Lichtung, wo man etwas herumsehen kann.. Ich schaue das Foto des gewünschten Grats an und vergleiche es mit dem Grat links von mir - völlig identisch! UF, NEIN! Ich habe den Grat verfehlt! Ich bin nicht am richtigen unmarkierten Gelände, sondern auf völlig unbekanntem und unbegangenem Terrain! Ich entscheide mich weiterzumachen und bei zu großen Schwierigkeiten umzudrehen, obwohl ungern. Wieder gewinne ich schnell Höhe mit Kraxeln durch steiles Wald/Gras/Gestrüpp/Felsen endlich zum Gratgipfel, wo mich die Situation schockiert.. Vor mir eine Wand, die stundenlang undurchdringlich aussieht, der Grat weiter ebenso, wenn nicht schlimmer.. Ich prüfe die Karte, wo ich bin und was ich sehe - Südwand der Kočna, bzw. Krvava peč - der Grate-Führer sagt Bewertung III-II (mit Details IV) Das ist auch das Ende der Beschreibung :| Zu viel und ich weiß schon, dass ich umdrehe.. Nach einer Stunde Erkundung und Zögern entscheide ich mich abzusteigen.. Aber da schon viel Zeit für Abstieg vergangen war, schießt es mir durch den Kopf - denselben Weg nicht! Ich steige durch eine steile grasige Rinne 100m tiefer unter der Wand ab, wo ich mir wünsche, es mir wenigstens aus der Nähe anzusehen, da ich schon mal hier bin... Ich bemerke auch einen möglichen Übergang in die Wand und bedingt auch darüber, na mindestens bis 3/4, weiter sieht es ziemlich senkrecht aus. Bald bin ich unter der Wand und ändere wieder die Entscheidung und sage mir, dass ich noch den grasigen Rücken am Wandanfang checke, wie es weitergeht, dann Abstieg. Zum Rücken komme ich überraschend leicht (Tierautobahn). Dort war nichts zu sehen, aber ein paar 10m Kraxeln haben schon meine Freude gewärmt und Zweifel geschmolzen, dass ich ohne große Bedenken weiterkraxele.. Zwar mit leichtem Zweifel im Herzen, was mich zur Wandspitze erwartet, aber wenn nicht, kann ich noch umkehren.. Bald sehe ich, dass die Wand wahnsinnig zerklüftet ist und man fast überall klettern kann, wenn man Übergänge findet, kann man fast immer laufen (auf steilen Gräsern und Schutt). Ich habe Felsen gewählt und in angenehmem Kraxeln eile ich weiter zu den steilen Wänden am Gratkopf. Ständig umgeben mich Zweifel an meinem Tun, da ich immer höher komme und immer noch nicht weiß, ob die Wand oben noch sicher (überhaupt) begehbar ist.. Je näher ich dem Gipfel komme, desto mehr sieht es danach aus, dass es klappt und weniger Zweifel und noch größerer Genuss.. Als ich sehe, dass es geht, sorgt mich nur noch, ob das wirklich der Gipfel ist, wohin ich klettere... Oben zeigt sich, dass noch ein ziemlich riskanter Übergang zur Hauptkupele wartet, aber bald zum Glück entdecke ich Drahtseile und Weg - und Stein fällt vom Herzen - ERFOLG !! Schnell steige ich zur Kočna auf, wo ich verdient genieße, allein inmitten verrückter Berglandschaft, meinen Frieden und die Befriedigung nach erfolgreich bezwungener Südwand der Kočna. Und das im Geist der Erstbegeher .. Folgt rasanter Abstieg zum Biwak und über unmarkiertes Gelände nach Suhadolnik (dazwischen finde ich sogar eine Quelle).. Am Auto bin ich schon im Dunkeln.. Super Tour, empfehle Liebhabern unberührter Gebiete und einsamer unmarkierter Pfade  Wand: Kraxeln I-II Grad (je nach Wahl, aber kein Risiko nötig auch nicht einmal), wenn man abbiegt dann bis IV.. Komme noch für ein paar geplante Projekte wieder 
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