| benjamin79. 02. 2011 09:18:22 |
Ha, ha, Juš, du hast völlig recht! Aber andererseits verstehe ich auch Sabina und Tona. Sie sind nicht Vorbild für viele Junge, aber als erfahrene Bergsteiger wissen sie, wozu dieses Gekraxel gut ist... Dass sie Einheimische sind, die die Verhältnisse in den Bergen seit der Kindheit kennen, ist für sie ein zusätzlicher Pluspunkt. Es ist schwer, jetzt klug zu sein und zu sagen, dass nur das rettende Klettern das ist, das vielleicht in einem Stadtblock begonnen hat, reiche Eltern haben die beste Ausrüstung gekauft (am besten dieselben Firmen, jetzt Angriff auf alle Mulden, Scharten und sonstige Jungfrauenwände, um dann fröhlich der Öffentlichkeit zu verkünden, welchen Einstieg wir weggepflückt haben... Die Wahrheit liegt immer irgendwo dazwischen. Klar, ich stimme zu, dass der Helm Basis ist, aber ich bin auch kein Anhänger allgemeinen Spuckens auf die, die ebenso ohne genießen. Der gesunde Verstand ist wichtiger, und wenn er vorhanden ist, rettet er oft mehr als Ausrüstung, die wir vielleicht gar nicht richtig benutzen können. Ein beredtes Beispiel ist, als am vergangenen Wochenende (glaube Janez) einen Bergsteiger auf dem Triglav ohne Steigeisen und Pickel gesehen hat, aber mit geschickter Technik den Bedingungen sogar besser gewachsen war als einige voll ausgerüstet. Klar kann es nächstes Mal anders sein, aber... Vor allem seien wir verantwortlich gegenüber dem Leben und denken dreimal nach, bevor wir urteilen. Vielleicht nur mein Beispiel. Ich selbst war schon am 20. Januar (vor Jahren) - direkt vom Bivak zum Gipfel - auf der Kočna. Ebenso vor Jahren habe ich wörtlich soloed (nur 4-Zacken-Steigeisen und Helm, aber ohne Picks) direkt vom Vršič zur Mala Mojstrovka. Ich folgte einer Gruppe junger Kletterer, die direkt in die vereiste Wand gingen, ich, fast nackt und barfuß, folgte einem Paar mittleren Alters weiter rechts. Aber auch wir stießen bald auf eine Eispolster, die sich unter einer dünnen Schicht Pulver versteckte. Der Mann schaffte es noch, sie blieb stehen, bekam Angst vorm Eis, war am Rande der Tränen. Aber er lockte sie, bettelte, dass sie weitergeht... Diese "Folter" dauerte mehrere Minuten. Da begann auch mir das Herz zu hämmern. Ich erschrak und kehrte von der exponierten Poli um auf ein etwas bequemeres Schneefeld. Ich überlegte, aber im nächsten Moment suchte ich einen schneereicheren Übergang direkt zum Gipfel. Fand ihn etwas weiter rechts und sehr langsam ritt ich buchstäblich den windgeblähten Graten zum Gipfel hoch. Auf dem Gipfel war das Paar schon da, das vorher gestoppt hatte. Ich denke, sie waren ganz glücklich. Sie noch etwas unter dem Eindruck der Eispolster, aber wenigstens äußerlich wieder fröhlicher. Da bekam ich einen interessanten, sicher saftigen Kommentar: "Kamikaze habe ich nie verstanden. Sie wussten, dass sie sterben würden, aber trugen trotzdem Helme...". Klar berechtigt auf meine mangelnde Ausrüstung gerichtet, aber ich dachte mir doch: "Was nützt ihm all die Ausrüstung, wenn er die Frau wörtlich auf die Klinge zwingt..." Was bzw. wann ist das rechte Maß? Das Leben lehrt uns viele Wendungen, Rückkehr. Die wirklich unsere Reifungen sind. Und ich glaube, dass Sabina und Tone sehr reife Bergsteiger sind. Ich bin mir bewusst, dass ich damals auch hätte umkehren sollen. Später habe ich das glücklicherweise mehrmals getan. Also keine Gipfel um jeden Preis! Der Mensch ist definitiv ein sehr beschränktes Wesen. Klar, etwas (N) treibt uns immer höher... Und was tue ich heute? Im Winter meide ich schwierigere Routen, gehe stattdessen lieber zum Snežnik, Smrekovec, Velika planina, zum malerischen Stegovnik, Goli vrh, vielleicht auch zum Wallfahrts-Viševnik, Deblo peč oder Zasavska Sveta gora, im Sommer höher... Klar obligatorisch zu Massenorten zu Zeiten ohne Leute. Wie auch im Sommer zum Triglav zum Übernachten (oder nachts hoch, dem Sonnenaufgang zuzwinkern), dann runter, bevor die Prozessionen kommen. Und klar trage ich Helm. Und Sicherheits-Set. Helm also beim Hribolazen, Radfahren und Pisten-Skifahren. Juš, ohne Groll, deine Routen sind aller Achtung wert, nur unsere Blicke sind und bleiben immer etwas verschieden - einzigartig. Und ich denke, das ist ganz richtig so. Vor allem schützen wir unsere Leben und die unserer Nächsten. 
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