| ljubitelj gora15. 09. 2013 21:56:49 |
Alpinismus ist kein Sonntags-Picknick In diesem Jahr vermerken Bergretter einen Anstieg bei Rettungen unverletzter Alpinisten. Wo liegen die Fehler? In den letzten drei Jahren registriert der Bergrettungsdienst einen Anstieg von Kletterunfällen – aber im letzten Jahr stechen Interventionen heraus, bei denen unverletzte Alpinisten gerettet wurden. Jani Bele, Präsident der Kommission für Information und Analysen bei der Bergrettungsvereinigung Sloweniens (GRZS), erklärte uns, dass ein Grund ist, dass Kletterer oft ihre Fähigkeiten überschätzen. Sie lernen Klettern an künstlichen Wänden, berücksichtigen aber nicht, dass das etwas völlig anderes ist als Klettern an natürlicher Wand. So z.B. an künstlicher Wand – wo sie auch schwierigere Routen beherrschen – können sie schnell zurückkehren, an natürlicher Wand, wo sie z.B. 400 oder 500 Meter hochsteigen, ist ein solcher Rückweg schwieriger. Zweiter Grund ist später Einstieg in die Route, sie berücksichtigen nur die geschätzte Kletterzeit, nicht aber, dass beim Klettern etwas schiefgehen kann, dass sie schnell abbiegen und die Route verlieren können. Deshalb nehmen sie keine Ausrüstung mit, die sie für Bivak brauchen würden, keine Stirnlampen, zusätzliche Kleidung. Es passiert, dass Alpinisten durch späten Einstieg die Nacht überrascht – nächtliche Rettungen sind besonders anspruchsvoll. Vertrauen auf "die kommen schon" Nach Bele ist die Qualifikation der Alpinisten nicht Ursache für Probleme, da "Schulen in Slowenien zu den besten gehören". Ausrüstung und Vorbereitung sind also kein Problem, aber die Einstellung hat sich geändert. "Das sind wohl moderne Zeiten, in denen auch der Blick auf Alpinismus anders ist," sagt Bele. Er schätzt, dass sich die Einstellung geändert hat: "Früher haben wir alles versucht, bevor wir Hilfe riefen, jetzt rufen sie sehr schnell die Retter." Ausstellen von Rechnungen ist keine Lösung Das Ausstellen von Rechnungen für Rettungen vor Jahren hat sich nicht als effektive Lösung bewährt – in manchen Fällen zeigte sich sogar ein negativer Effekt, da sie zu lange mit dem Anruf warteten, weil sie nicht zahlen wollten. In einigen Fällen stellte sich heraus, dass sie eine Rechnung stellten, aber später herauskam, dass Alpinisten richtig gehandelt hatten, aber einfach Pech hatten. Nach Bele muss dieses Gebiet systemisch geregelt und präzise definiert werden, was "grobe Fahrlässigkeit" bedeutet. Die Kosten für Hubschrauberrettung, bei der Teilnehmer unverletzt sind, übernimmt die Krankenversicherung sowieso nicht. Bele hebt hervor, dass dieses Jahr trotz mehr Alpinisten kein Todesfall registriert wurde. Einige jüngste Rettungen: Abstieg um ein Uhr nachts Eines der nächtlichen Einsätze führten Retter letzte Sonntag durch. Drei Alpinisten riefen kurz vor ein Uhr nachts um Hilfe, da beim Abstieg unter der Nordwand der Mala Mojstrovka sie nicht mehr sicher waren, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Wie uns Grega Oblak, Mitglied GRS Kranjska Gora, sagte, gingen er und sein Mitretter den Alpinisten entgegen, als sie deren Lichter sahen, wussten sie, dass sie im richtigen Graben sind. „Sie suchten hauptsächlich Information, aber niemand konnte es ihnen ganz richtig sagen. Sie waren top ausgerüstet. Sie wussten selbst, wo sie Fehler gemacht hatten,“ erklärte Oblak. Er sagt, die Alpinisten haben den Großteil selbst gemacht, waren für Bivak gerüstet, entschieden sich aber für Abstieg wegen möglicher Wetterverschlechterung nächsten Tag. Die Retter warteten unter der Wand und begleiteten sie dann nach Vršič. Diesmal endete alles glücklich, aber wie Oblak sagt, hätten sie das Klettern früher beenden sollen, sie stiegen um neun Uhr in die Wand ein. Freunden eilte es weiter Am Tag zuvor, letzten Samstag, machten sich GRS Celje Retter an eine nächtliche Rettung. Am Abend auf Okrešelj waren neun Retter, die abends Nachricht bekamen, dass zwei Kletterinnen in der Wand der Mala Rinka in Schwierigkeiten waren. Sie waren ca. 150 Meter unter Wandgipfel und unangemessen bekleidet für Nacht in der Wand. Sie halfen ihnen mit Seiltechnik aus der Wand, gesichert führten sie sie durch Turski žleb nach Okrešelj. "Das war eine der schwierigeren Rettungsaktionen wegen aufgeladenem Geröll am Wandrücken und bröseligem letzten Zug direktem Ausstieg aus der Route, vor allem wegen Dunkelheit, da alles im Schein von Stirnlampen geschah," schrieb Brane Povše auf GRZS-Seite. Die Kletterinnen waren sonst mit Kollegen aus Alpinistik-Abteilung, die sie aber nicht warteten, da sie nächsten Tag in Klemenča Peč klettern gingen. Unpassendes Team Auch Rettung zweier Wanderer, die am letzten Augusttag auf Skuta steckenblieben, fand spätabends statt. Sie retteten GRS Kamnik Retter und Bereitschaftsteams GRS Brnik mit slowenischem Heereshubschrauber. Diesmal verursachte unpassend gewählter Ziel bezüglich Fähigkeiten und Unerfahrenheit des Kletterteams den Einsatz. Feststeckend unter Špik-Gipfel Am 11. August nachmittags steckten zwei Alpinisten unter Špik-Gipfel fest. Mit Winde hoben sie sie in den Hubschrauber und brachten unverletzt ins Tal. 60 Meter an Stahlseil und Teleskopstange Auch anspruchsvolle Rettungsaktion Anfang August in Triglav-Nordwand. Im Čopov-Streb steckten zwei Wanderer, griffen ein Bereitschaftsteam GRS Brnik und Slowenische Armee Hubschrauberbesatzung. Nachricht um 19:30, flogen zur Wand. Aber mussten wegen Wind, der kein Hovern erlaubt, abbrechen. Rettung nächsten Tag erfolgreich. Wie Boštjan Griljc schrieb, ist Wand dort extrem steil. Trotz maximaler Annäherung Hubschrauber musste Retter 60m an Stahlseil abseilen, Teleskopstange nutzen um Kletterer zu erreichen. Quelle: http://www.zurnal24.si/alpinizem-ni-nedeljski-piknik-clanek-205683
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