Obwohl ich die Umstände der gestrigen Tragödie nicht kenne und gleichzeitig aufrichtiges Beileid den Angehörigen des Verstorbenen ausspreche, stimme ich voll mit dem Inhalt zu, auch wenn er nicht direkt mit dem unglücklichen Bergsteiger zu tun hat, der nebenbei vielleicht auch erfahrener Berggänger war.
Falsch ist es, dass ein anspruchsvoller Berg nur wegen großer Beliebtheit und damit verbundener Frequenz so herabgewürdigt wird, bzw. des nötigen gesunden Schreckens-Respekts beraubt. Dazu nur der Fakt, dass es in den Bergen viele ähnliche Wegabschnitte gibt, die entweder zu wenig oder gar nicht gesichert sind, aber von Bergsteigern und Besuchern mit mehr-angemessener Ernsthaftigkeit genommen werden.
Auch der Begriff "winterlicher Triglav" war noch vor Kurzem etwas, das nach ungeschriebener Regel nur eine Handvoll sehr erfahrener Berggänger sich leisten konnte, bzw. als Leistung galt, die einen Bergführer erfordert, der alle Regeln des Bewegens in solchen Verhältnissen kennt. In der Zwischenzeit scheint es mir, dass sich in dieser Wintersaison bezüglich dessen und vielem mehr in den Köpfen der Leute viel stark verändert/verschoben hat (in gefährlicher Richtung natürlich).
Vielleicht könnte man sogar von Adrenalin sprechen, das leider für viele zum Suchtmittel wurde und von Leistungen als Mitteln zur Ego-Steigerung.
Wahrscheinlich merken wir erst, dass wir so etwas gar nicht so sehr brauchten, wenn solch eine Tragödie uns oder unseren Nächsten persönlich trifft.
Ich finde, Slowenen sind beim Bewusstsein über Gefahren in den Bergen ziemlich unten, da ernsthafte Warnungen, wenn's um Leben und Tod geht, nie zu viel sind.
Vielleicht müsste man einen Dienst auf diesem Gebiet stärken und ihm gesetzliche Befugnisse geben.
Wäre ein funktionierendes System aufgebaut, würde man (z.B. wie ich letztes Sommer) auf dem Triglav-Grat keine barfüßigen Leute und solche treffen, die Motorräder und ähnlichen Kram auf den Gipfel ziehen, nur um sich damit in irgend einem Medium zu brüsten.
Manchmal prahlen wir, Hand aufs Herz, auch auf Internetforen, womit wir vielleicht unwillentlich Unwissende und schlecht ausgerüstete Leute ermutigen, sich an Sachen zu wagen, denen sie nicht gewachsen sind.
Allen Mutigen wünsche ich möglichst viel Wissen, Ausrüstung und Vorsicht, denn Mut und Glück reichen meist nicht aus.
heinz