Die Straße Nevee-Pecol war trocken und kahl, Parkplätze leer. Die Berge über Pecol in Nebel, aber das hat mich gar nicht gestört, Berge muss man in jedem Wetter kennenlernen. Kein Lüftchen, der Hochplateau ruhte ganz ruhig und friedlich unter einem der schönsten Berge der Westjulischen Alpen. Ich trete auf trockenem Gras, über weite Weiden des Hochplateaus. Erst weit oben beginnt Schnee. Auf dem Steig alte Spuren im Schnee. Jemand war vor Tagen hier, also bin ich nicht ganz allein. Gipfel Strmali rückt näher, Schneedicke zunimmt, obwohl unter 15 cm, je näher ans Südwand mehr Nebel. Aber Nebel ist gar nicht schlecht, manchmal kann man sich drauf stützen, manchmal damit entschuldigen. Kurz vor dem Felsgelände ziehe ich Steige an und bereite Restequipment vor. Wollhandschuhe aus gekochter Wolle sind Gesetz in solchen Bedingungen, alles andere Müll. Schau hoch in Mulde links vom Weg, lockt aber nicht, nicht genug vereist. Also folge ich dem Weg, den Spuren der Vorgänger. Schnee vereist, Eis auf Felsen, weißer Schnee und weißer Nebel. Alte Spuren hören plötzlich auf, also weiter "frei". Folge dem Steig mühelos, obwohl man ihn nicht sieht, hier und da roter Punkt bestätigt richtigen Weg. Unter Pipanova lojtra alle Sicherungen vereist, Felsen vereist, nichts lockt abzuschütteln, Griff wäre schlecht. Wind frisch auf, wird lästig, weht aus SW. Sage mir, unter der "lojtra" ende ich nicht und gehe rechts. Finde schnell Fortsetzung über Brda-Weg, obwohl Steig unsichtbar. Vorsicht geboten, Schnee gibt keine Stütze. An Forca Verde-Scharte schlüpfe ich nordseitig in Schutz. Entscheide Aufstieg beenden. "Es muss nicht immer ein Gipfel erreicht werden, man muss mit Erreichtem zufrieden sein": sagte schon alter Kugy. Tee aus Thermos noch heiß und tut gut in dieser Winterkälte. Dann zurück, langsam, vorsichtig. Unten wo ich zuvor Steige angezogen, jetzt ab und abwärts übers "Schrofenfeld" bzw. Schneefeld, läuft gut. Bei freiem Gelände halte ich an, Handschuhe auf Fels legen und sitzen. So eine Weile sitzen. Hinter dunklen Wolken, die Kanin durchbrechen, lugt Sonne mal hier mal da raus. Angenehm, wie der Blick auf weite Pecol-Weiden. Runter direkt übers Gras, so weich zu treten, wie lange noch.